Babymassage – ein Wohlfühlerlebnis

Datum: Sonntag, 23. Februar 2025 11:03

Babymassagen kennt man aus vielen Regionen der Welt, besonders aus Indien. Dort sind Baby- und Kindermassagen auch im Ayurveda enthalten. Dass Berührung für Babys von großer Bedeutung ist, rückte in den 1970er-Jahren in Europa (wieder) in das Bewusstsein von Fachleuten. Der Franzose Frédérick Leboyer, der Begründer der sanften Geburt, gilt auch als Begründer der Babymassage in Europa. Der Begriff Leboyer Massage wird häufig im Zusammenhang mit Babymassage genannt. Berührungen sind für die emotionale sowie körperliche Entwicklung eines Menschen ab dem ersten Tag auf der Welt unabdingbar. Berührungen geben Geborgenheit und Sicherheit.

Bei der Babymassage sollten einige Dinge beachtet werden. Mit der eigentlichen Babymassage darf frühestens begonnen werden, wenn der Bauchnabel abgefallen und verheilt ist. Nach einem Nabel- oder Leistenbruch sollte nicht massiert werden. Auch nicht, wenn das Kind krank ist, fiebert und sich unwohl fühlt. Das Kind darf nicht zur Massage gezwungen werden. Bis zum ca. 6. bis 8. Monat ist der ideale Zeitraum für Babymassagen. Viele Kinder genießen auch danach noch Massagen, allerdings begrenzt ab diesem Alter der Bewegungsdrang und die wachsende Neugier der Kinder diese häufig. Massiert werden sollte, wenn das Baby wach, aufmerksam und zufrieden ist. Es sollte nicht direkt vor oder nach einer Mahlzeit massiert werden. Vor dem Schlafengehen oder nach dem Baden ist häufig ein guter Zeitpunkt für eine Massage. Kindern hilft es oft, besser einzuschlafen und nach dem Baden sind Kinder meist schon entspannter. Jede Familie sollte herausfinden, wann die Massage am besten in den Tagesrhythmus passt. So können die Berührungen zu einem schönen täglichen Ritual werden.

Der Platz, an dem massiert wird, sollte ruhig und warm sein, damit das Baby nicht friert. Besonders bei den Kleinsten, die noch nicht ihre Körperwärme halten können, können Wärmelampe oder Heizlüfter sinnvoll sein. Auch das Licht sollte gedämpft sein. Die Unterlage bei der Babymassage sollte weich und bequem sein. Eine kuschelige Babydecke ist ideal. Da die Babys möglichst ohne Windeln massiert werden, kann zudem ein weiches Handtuch oder eine Mullwindel praktisch sein, um sie waschen zu können. Auch eine wasserdichte Unterlage kann sinnvoll sein. Idealerweise massiert man die Babys auf dem Boden, da man sich dort gut vor das Kind hocken kann und bei der Massage immer im direkten Blickkontakt ist. Auch auf einem großen Bett kann ein geeigneter Platz sein.

Bevor massiert wird, müssen die Hände aufgewärmt werden. Dazu können die Handflächen etwa 30 Sekunden aneinander gerieben werden oder auch in warmes Wasser getaucht werden. Massiert werden kann ohne und mit Öl – dann ist ein naturbelassenes Baby-Öl ohne Duftstoffe zu empfehlen.

Eine Babymassage dauert 10 bis 20 Minuten. Fühlt das Kind sich wohl, kann man die Massage verlängern. Zeigt das Baby Unwohlsein durch Weinen, Wegdrehen oder Unruhe, sollte die Massage beendet werden. Größere Kinder drehen sich auch um und versuchen, davon zu krabbeln. Das ist meist ein Signal, dass das Kind nicht mehr möchte.

Die Massage muss immer von allen Beteiligten gewünscht werden. Massiert wird nicht am Kind, sondern mit dem Kind. Auch wenn man selbst gestresst und unruhig ist, sollte man sein Kind nicht massieren, da sich die negativen Gefühle übertragen können.

Die Babymassage hilft, die Körpersignale des Kindes besser wahrzunehmen: fühlt es sich wohl, braucht es Ruhe, genießt es die Berührung, wünscht es noch mehr Berührungen. Durch Berührungen lernt das Kind die Welt kennen, sie sind die erste Sprache. Das Zusammenspiel der Eltern mit ihrem Kind bei der Babymassage stärkt die Eltern-Kind-Bindung, was für ein gesundes Aufwachsen sehr wichtig ist.

Die Babymassage hat aber noch weitere Vorteile. Sie ist für die körperliche Entwicklung und Gesundheit des Kindes sehr förderlich.

Bestimmte Massagetechniken können das Baby beruhigen, Anspannungen abbauen. Auch bei den Dreimonatskoliken kann die Massage dem Baby helfen. Weiterhin werden der Kreislauf und die Körperwahrnehmung des Kindes angeregt.

Zur Massagetechnik gibt es Grundregeln. Massiert wird immer vom Kopf in Richtung Füße und von der Mitte des Körpers nach außen. Die Berührungen werden fünfmal wiederholt.

Es sind streichende, langsame Bewegungen, die dem Baby gefallen. Der Druck darf bei dem zarten Körper nicht zu stark sein. Aber auch nicht so leicht, dass das Kind sich gekitzelt fühlt.

Um die unterschiedlichen Massagetechniken und Griffe zu erlernen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten im Internet oder auch in Büchern.

Aber auch einige Hebammen und Familienzentren bieten Babymassagekurse an. Die Kurse haben den Vorteil, dass man persönlich angeleitet wird und Fragen stellen kann, Tipps bekommt und andere Familien kennenlernt.

Das Netzwerk Gesunde Kinder kann weiter helfen bei der Suche nach Babymassagekursen und bietet auch häufig selbst Kurse an.

www.netzwerk-gesunde-kinder.de 

www.kindersicherheit.de